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Die Wahl von "Consumer Informatics: Applications and Strategies for Cyber Health Care" zum Buch des Jahres spiegelt die Veränderung wider, die sich derzeit im Bereich Eigentum von Gesundheitsinformationen ereignet: weg vom Monopol der Fachleute und hin zu einem gemeinschaftlichen Modell. Patienten und Ärzte arbeiten jetzt zusammen und tauschen Informationen gegenseitig aus. Dies nützt nicht nur der Wirtschaft, sondern auch dem Einzelnen und der Gesellschaft als Ganzes. Anwendungen dieser Art helfen Fachleuten bei der Betreuung ihrer Patienten und erweitern zugleich das Wissen des Konsumenten. Führende Mitglieder der Stiftung Health On the Net haben zu dem Band beigetragen. Im Vorwort skizziert Marion Ball die Geschichte der Konsumenten-Informatik im Bereich Gesundheit und die Aussicht auf "eigenständigere" Patienten. Charles Safrans Einführung mit dem Titel "Care at a Distance" (dt. Behandlung auf Distanz) behandelt Informations- und Kommunikationstechnologien, die in einem Behandlungsumfeld, in dem es vor allem um Zeit geht, den Patienten in den Mittelpunkt stellen. Dr. Safran beschreibt in "Collaborative Healthware" (dt. Gemeinschaftliche Gesundheitsware") wie Patienten an ihrer eigenen Gesundheitspflege teilhaben können, nämlich wenn sie Input einbringen, Anleitungen von Fachleuten bekommen und über ihr eigens Befinden oder das eines Nahestehenden selbst nachforschen können. Dr. Stefan schreibt, "Angesichts unserer immer schlechter werdenden Beziehung zum Patienten, sollten Krankenhausärzte virtuelle Patientenbesuche ins Auge fassen. Wir müssen Technologien für bestimmte Behandlungen entwickeln, anstatt uns unsystematisch mit Verwaltungskram zu beschäftigen." In Kapitel 7, "Steps Toward Reliable Online Consumer Health Information" (dt. Massnahmen zur Gewährleistung vertrauenswürdiger Gesundheitsinformationen für Konsumenten im Internet), beschreiben Celia Boyer und Ron D. Appel die Entwicklung der Gesundheitsinformation von den Ursprüngen der Wissenschaft bis hin zum Internet in der heutigen Zeit. Die Allgemeinheit hat heute unvergleichliche Zugangsmöglichkeiten zu den unterschiedlichsten Gesundheitsquellen. Konsumenten müssen jedoch vor potentiell schädlicher Information geschützt werden. In dem Buch werden der ethische Verhaltenskodex HONcode, sowie andere Konsumenten orientierte Anwendungen vorgestellt, die von HON entwickelt wurden. In "Patient Empowerment, Cybermedicine and Citizen Education" (dt. "Förderung der Eigeninitiative von Patienten, Cybermedizin und Bildung der Bürger"), von Patrice Degoulet (u.a.) werden die Folgen von neuen Technologien für Patienten und Ärzte diskutiert. Aufgrund ungleicher Rahmenbedingungen wird Cybermedizin alleine die Eigeninitiative des Patienten nicht fördern. Dass Verantwortung von einem Fachmann auf den Patienten übertragen wird, bedeutet nicht, dass Ärzte weniger Pflichten haben. Damit das Potential der Cybermedizin voll ausgeschöpft werden kann, sind kulturelle und erzieherische Veränderungen in beiden Gruppen notwendig. Das Zielpublikum des Buches sind Fachleute im Bereich Gesundheitspflege und Gesundheitsmanagement, Informatiker und Studenten. |